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  • Roland Braun

4. Teil: Bindungen lösen und zurück ins Original

Innere-Autonomie

Wieder sagt jemand, „Sie haben einen Fehler gemacht!“ Und Ihr Gehirn sucht wieder und meldet zurück: „Das ist eine Information – keine Alarmreaktion notwendig, keine Bedrohung!“


JETZT haben Sie die Wahl, was Sie mit der Information machen! Vermutlich werden Sie freundlich interessiert fragen, was denn passiert sei, um zu verstehen, warum es eigentlich geht? Danach entscheiden Sie, wie es weitergeht.


Geht nicht? Klar geht das? Es ist einfach, nicht leicht. (de Shazer)


Wie ich den Weg gefunden habe? Im Rahmen einer Ausbildung, die vom Gedanken der „Originalität“ getragen ist.


Das Ziel ist, die eigene Originalität zurück zu nehmen. D.h., mein “Kern-IchModell“ in den Grenzen des eigenen Körpers wahrzunehmen - dadurch werde ich autonom (in und mit mir, unabhängig von jeder Abhängigkeit zu Dritte!), und ich kann ausschließlich die Verbindungen eingehen, die ich eingehen will.


Dafür gilt es, die „abhängigen Verbindungen“ zu lösen. Dies erfolgt durch einen klar strukturierten Prozess, der in seiner Einfachheit bestechend ist, weil dieser es dem Coachee / Klienten überlässt, wie und welche Lösung er für sich entwickelt. Hierzu arbeitet der Klient bewußt und unbewußt zugleich, denn nur in dieser Verbindung können tiefgreifende Lösungen entwickelt werden. Und diese Prozessstruktur verhindert, dass der Coach / Therapeut seine Ideen, Assoziationen oder Gedanken in den Prozess mit einbringt - sonst entstünde eine neue Abhängigkeit!


Es ist für den Coachee / Klienten faszinierend als HEUTE erwachsene Person zu erkennen und zu erfühlen, dass das, was bisher als „lebensbedrohlich“ empfunden wurde, heute keine „reale Gefahr“ mehr darstellt. Und die Älteren erfahren oft, dass die Personen, die es ihnen beigebracht haben, schon lange tot sind, sie leben nur NUR in unserem Kopf! WIR sind es, die ihnen einen Einfluß über den Tod hinaus zuschreiben - das IST irre! Und die anderen erkennen, dass die „Säbelzahntiger“ heute Zahn- und machtlos sind, ohne Einfluss auf irgendjemanden. Alles fand nur im Kopf statt!


So löse ich alle noch immer imaginär bestehenden Bindungen auf. Sind sie gelöst, bin ich WIEDER in mir AUTONOM! Dieser Lern- und Erkenntnisprozess ist ebenso faszinierend, wie befreiend!


Achtung: Dritte finden das nicht immer gut. Denn Sie verändern sich, Sie agieren unberechenbar, unabhängig (autonom), sagen möglicherweise Ihre Meinung oder zu viel NEIN - nicht aus Boykott, sondern um sich zu schützen. Doch Dritte interessiert das nicht immer.


Denn Sie glauben vielen „Heilsversprechen“ nicht mehr. Systeme mögen keine Widerstände, sie versuchen den Status Quo wiederherzustellen! Erst wenn sie merken, dass diese Strategie nicht erfolgreich ist, beginnen auch sie, sich anzupassen.

Das auszuhalten erfordert Kraft und führt zur Stärke, denn die Innere-Autonomie ist wie ein Muskel - regelmäßig trainiert, wird er immer stärker.


Die aktuelle Entschleunigung gibt uns JETZT die Chance, die Innere-Autonomie wiederherzustellen, um nicht als Kopie zu sterben. Auch wenn das Leben tödlich ist, können wir die Zwischenzeit nutzen, um sich wieder mit sich selbst zu verbinden und damit frei und ohne „Sucht“ auch mit der Welt. Ich kann als Original weiter wachsen, als Teil der Natur und nicht als ihr Konsument für uns Sehnsuchtsbefriedigungen.


Fortsetzung folgt...


(Bild: pixabay)